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Spätestens durch eine ganze Anzahl von Kinofilmen stellen sich immer mehr die Frage, ob eines Tages die Maschine, bzw. die Roboter die Menschheit ersetzen werden. In den actionreichen Kinofilmen wird oft das Bild gezeichnet, wie die Maschinen sich gegen die Menschheit auflehnen und sie vernichten wollen.

Da stellen sich natürlich verschiedene Fragen. Wird der Mensch einmal durch die Maschinen verdrängt? Wird er militärisch verdrängt oder sogar versklavt? Oder gibt es eine evolutionäre Entwicklung?

Nun, in einer Sache können wir uns sicher sein. Die Roboter sind aus der aktuellen Welt des Homo Sapiens nicht mehr wegzudenken. Viele Aufgaben werden bereits durch Maschinen durchgeführt. Sei es in der Fabrikation oder bei Assistenzsystemen in komplexen Verkehrssituationen, wie z.B. einem Flugzeug, der Eisenbahnstreckenführung oder auch zukünftig beim autonom fahrenden Autos. Auch das Schreiben dieses Textes wird mir durch eine Machine, dem Computer, vereinfacht. Ich kann korrigieren, speichern, ändern. Ein Rechtschreibprüfungsprogramm überwacht ob ich auch die Wörter richtig schreibe. Viele Maschinen zusammengeschaltet sind die Basis für das Internet, welches Ihnen als Leser die Möglichkeit gibt diesen Text überhaupt zu lesen.

Maschinen und Roboter umgeben uns. Sie sind Teil unserer Geschichte und Teil unserer Evolution geworden. Der Mensch verändert sich bei Nutzung von Computern und Robotern. Er macht das Leben unterhaltsamer, sicherer und bequemer. Und genau darin liegt eine große Problematik.

Mit der Komplexität computergesteuerter Systeme steigt auch die Sorge, dass die Computer eines Tages selbstständig denken und handeln könnten. Und was dann? Wie werden sie reagieren? Werden Sie den Menschen als Urahne ehren oder ihn gar als Fehler im System oder als Feind errechnen (empfinden) und ihn beseitigen wollen?

Betrachten wir drei mögliche zukünftige Szenarien:

Fall 1 oder Status Quo: Die Roboter vereinfachen uns immer mehr das Leben. Wir nutzen sie in allen Lebenslagen. Überall dort, wo es genauer, bequemer oder sicherer sein soll, setzen wir Maschinen ein. Sei es in der Industrie, in der Medizin oder auch bei Waffen. Besonders bei den beiden Bereichen Produktion und Waffennutzung sehen wir heute bereits eine große Automatisierung. Von der Fabrik ohne Menschen ist da die Rede aber auch von autonom agierenden Kampfdrohnen. Betrachten wir in diesem Fall die Produktion und die Automatisierung von Arbeit bzw. Beschäftigungsverhältnissen. In unserem Fall werfen wir einen Blick in einen hochkomplexen und bereits hochmodern gesteuerten Bereich. Der Warenwirtschaft. Und fokussieren wir uns auf einen Teilbereich, nämlich der Logistik. In diesem Bereich ist von Bestellung des Kunden bis zur Auslieferung schon sehr viel Automatisiert, d.h. es wird von Computern und Robotern übernommen. Früher oder heute noch in kleineren Lagern nahm ein Mitarbeiter einen Packzettel vom Lagerleiter entgegen, verschwand mit einem Rollwagen in den Regalen und packte die Ware für den Kunden zusammen. In modernen Hochlagern erledigen das inzwischen Computer und Roboter. Die Lagerleiter sind nur noch überprüfend tätig bzw. überwachen den Prozess. Nun wird die Ware vom Spediteur übernommen. Ein LKW-Fahrer lädt die Ware und fährt sie zu dem Bestimmungsort. Der Fahrer der Spedition und die Fahrt selbst gelten mitunter heute als Schwachstelle im Logistiksystem. Denn niemand weiß, was dem Fahrer unterwegs passiert. Hat er eine Panne oder einen Unfall oder hat er durch Übermüdung einen Unfall verursacht? Steht er im Stau? Wird er krank? Oder hat er mal wieder Urlaub? An diesen Punkten ansetzend arbeitet die LKW Industrie seit Jahren an selbstfahrenden LKW´s. Diese LKW´s sind inzwischen nahe an der Serienreife und werden bereits in den USA und in Deutschland getestet. Wir werden in einigen Jahren also immer weniger LKW-Fahrer benötigen. Alleine in diesem Beispiel entfallen nur im Lager und beim Transport eine Unmenge von Arbeitsplätzen. Es werden zwar auch neue geschaffen. Z.B. in der Überwachung und Instandsetzung von den Systemen, aber unter dem Strich fallen viele Beschäftigungsverhältnisse weg.

Dieser Fall ist nicht neu, denn bereits im Zeitalter der großen Industriealisierung, also der Einführung der Dampfmaschinen, entfielen hunderttausende Arbeitsplätze.  Die Steigerung der Automatisierung führt also zu einem Beschäftigungsproblem und wird somit zu einer soziologischen Aufgabe.

Der Mensch braucht eine sinnvolle Beschäftigung um sich wohl zu fühlen. Muss er Arbeiten leisten die ihn dauerhaft überlasten oder unterlasten wird der Mensch unzufrieden und krank. Eine regelmässige Be- und Entlastung ist wichtig für den menschlichen Geist und die Funktion der eigenen Abwehrkräfte.

In unseren heutigen Zeiten wo die Weltbevölkerung ständig wächst aber die Beschäftigungsverhältnisse in Summe sinken, stehen wir also vor einer großen soziologischen Herausforderung.

Durch die übermässige Verteilung von Verantwortung und Handlungen auf Maschinen nehmen wir uns die Möglichkeit Menschen sinnvoll zu beschäftigen. Ebenso nehmen wir uns die Möglichkeit an Herausforderungen zu wachsen. Denn dafür müssen wir auch Fehler erleben dürfen auf deren Erfahrungen wir uns menschlich weiter entwickeln können.

Lohneinkünfte werden nicht mehr an den menschlichen Leistungen gemessen und gezahlt, sondern werden rational an der Leistung einer möglichen Maschine kalkuliert. Man bekommt also weniger Lohn. Wem das bekannt vorkommt, sei herzlich willkommen im Hier und Jetzt.

Fall 2 oder die selbsterfüllende Prophezeihung: Immer mehr Menschen glauben, dass wir eines Tages von autonomen Waffensystemen selber angegriffen werden. Wobei der Begriff „autonom“ dabei fälschlicherweise Verwendung findet. Denn auch wenn Kampfdrohnen sich eines Tages gegen die eigenen Erbauer stellen sollten, so ist dieses immer noch Teil der ursprünglichen Programmierung. Es würde sich dann lediglich um eine Fehlinterpretation des Waffensystems handeln, das den Menschen als Feind ausmacht. Die Maschine „denkt“, dass der Mensch der Robotergeneration schaden könnte und behandelt ihn demnach als Feind. Soweit die These.

Dieses Szenario ist durchaus denkbar. Aber ist es auch wahrscheinlich?

Der Mensch versucht die Maschinen nach seinem Ebenbild zu erschaffen. Besonders in der Robotik wird intensiv nach Robotern geforscht, die dem Menschen so ähnlich wie möglich sind. Was erstmal hauptsächlich funktionelle und ästhetische Funktionen hat, versucht man aber auch in das autonome Denken zu übertragen. D.h. dass eine Maschine mögliche Szenarien durchspielt und nach dem Herausfinden der „erdachten“ besten Möglichkeit eine Entscheidung zu treffen. Dabei stösst die Wissenschaft immer wieder an diverse Grenzen.  Zum Einen ist das menschliche Gehirn einem Computer in der Komplexität noch weit voraus. Zum Anderen sind die Funktionen des menschlichen Gehirns und die Funktion des Denkens noch nicht soweit erforscht, dass man es nachbauen könnte. Des Weiteren fehlt einfach noch die nötige Rechenkapazität. Es scheitert vereinfacht gesagt daran, dass man es derzeit nicht schafft, dem Computer ein eigenes Bewusstsein zu geben. Eine künstliche Intelligenz ist möglich im Rahmen einer Programmierung. Aber ein selbstständig lernendes Gehirn zu bauen, war bisher nicht möglich. Und an der Stelle haken wir auch noch mal ein. Denn erst die bewusste,selbstständige Gedankenführung macht es erst möglich wirklich autonome Entscheidungen zu treffen. Aber dazu mehr im Fall 3.

Ist es also möglich, dass es zukünftig einen Kampf Mensch gegen Maschine geben wird? Ich denke ja. Wie oben schon beschrieben, erschafft der Mensch mit Hochdruck Kampfdrohnen, die auch selbstständig handeln können. In der Programmierung dieser Systeme liegt die Gefahr.

Aber selbst wenn die Maschinen die Menschen an den Rand der Existenz bringen könnten, bleibt immer noch die Frage nach der weiteren Evolution. Denn rein programmierte Maschinen werden nicht in der Lage sein, sich selber weiterzuentwickeln. Dazu benötigt es  Fehler und Irrtümer aus denen man aktiv lernen kann. Auch fehlt Phantasie, Träume, und den Willen nach Besserem. Eine Maschine wird nach Perfektion suchen. Aber Perfektion gibt es in der Natur nicht. In der Natur gibt es immer auch zerstörerisch Aspekte und besonders Starke Reize. Mehr dazu im Fall 3.

Eine Maschine kann das nicht. Also wird mit der Zerstörung der Menschheit gleichzeitig auch ein Erliegen der Maschinenwelt vonstatten gehen. So wie der Mensch im Fall 1 von den Maschinen abhängig ist, wäre die Maschine im Fall 2 vom Menschen und seiner Denkens- und Schaffensleistung abhängig.

Fall 3 oder vom Homo Sapiens zum Elektro Sapiens: Der eigentliche und derzeit noch komplizierteste Fall ist dieser Fall 3. Nämlich die evolutionäre Entwicklung zum „Elektro Sapiens“, wie ich ihn hier mal genannt habe. Zu den in Fall 1 und 2 beschriebenen Eigenschaften der Maschinen kommt nun noch der Aspekt des eigenen Bewusstseins. Und die Fähigkeit gelerntes in einen Gesamtkontext zu setzen, um es umsetzen zu können. Eine solche Maschine müsste Träumen können, sie müsste Ideen entwickeln, Visionen haben und mit anderen Maschinen diskutieren können. Sie müsste auch in der Lage sein Fehler zu machen. Denn nur durch Irrtum und dem Zulassen von anderen Meinungen kann eine echte Evolution entstehen. Sie müsste der obersten Gesetzgebung der Existenzfrage dienen. Also sie müsste nach der Frage was der Zweck der Existenz ist (Sinn des Lebens – dazu mehr in einem anderen Kapitel), nämlich dem Versuch des Ausgleiches zwischen Ungleichheiten funktionieren. Diese Antwort, nämlich der Versuch des Ausgleiches zwischen Ungleichheiten, liegt zu Grunde, dass es nur bei dem Versuch bleiben kann. Gleichheit ist in der Natur nicht vorgesehen. Evolution kann nur entstehen, wenn es zerstörerische und schöpferische Aspekte gibt. Wenn alles gleich wäre, gäbe es keine Bewegung, keine Wandlung von Energie, die anderen Prozessen zuträglich ist.

Wenn ein Mensch also einen Elektro Sapiens erschaffen will, also ein Roboter nach dem Ebenbild des Menschen, dann muss er vorher die genannte Frage und deren Antwort in einer Formel formulieren, um sie in einen Computer programmieren. Und an der Stelle wird es nahezu unmöglich. Die Regel 1 aller Gesetze, die ich oben kurz angeschnitten habe und in einem anderen Kapitel vertiefe, hat die Eigenschaft sich ständig zu verändern. Man wird nicht in der Lage sein, die nahe oder ferne Zukunft zu berechnen. Die Formel verändert sich in Abhängigkeit mit den Einflüssen der Naturgesetze ständig. Wer nach einer festen Formel für das Gesetz der Ungleichheiten suchen will, kann sich auch damit beschäftigen die letzte Ziffer der unendlichen Zahl Pi zu suchen.

Wenn es aber doch jemanden gelänge, diese Formel zu finden, dann bliebe immer noch, dass sie auch angewendet werden müsste. Demjenigen, dem das gelingt hat den Schlüssel für Wohl und Wehe aller Materie in der Hand. Demjenigen, dem es gelingt diese Formel in ein künstliches Gehirn einzuprogrammieren, wird den Grundstein für entweder das Ende der uns bekannten Menschheit oder zumindest einer Koexistenz zwischen den Lebensformen Homo Sapiens und Elektro Sapiens legen. Allerdings, und das kennen wir aus der Erfahrung der Geschichte der Menschen, liegt es auch in unserer Natur gegen andere Spezies vorzugehen und sie zu verdrängen. Ein Elektro Sapiens dürfte genauso denken, aber uns Menschen haushoch überlegen sein. Die Entwicklung und Evolution eines Elektro Sapiens dürfte in einer atemberaubenden Geschwindigkeit vonstatten gehen.

Fazit: Im alten Testament der Bibel ist ein Satz zur Schöpfungsgeschichte zu finden. „Und Gott erschuf den Menschen nach seinem Ebenbild.“ Wir sind dabei unser eigenes Abbild zu schaffen. Lediglich das Wissen und die Kenntnis UND Anwendung des oben genannten ersten Gesetzes, hindert uns noch daran, diesen Schritt zu vervollständigen.

Wenn es einen Schöpfer unserer Welt gibt, gleich wie man ihn (oder es) nennen mag, dann hat er uns die Möglichkeit mit auf den Weg gegeben unsere Umwelt aktiv zu gestalten, zu denken, zu träumen und Dinge zu erschaffen. Dann hat er uns Schöpfungskraft mit auf den Weg gegeben.

Liegt in dieser einzigartigen Gabe in dieser Welt nicht auch die Aufgabe und die Pflicht das Beste daraus zu machen? (Mehr dazu im Kapitel:“Das erste Gesetz der Existenz“)

SvdA 03.02.2016

 

 

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