5 Jahre ohne TV und Radio

 

Ich lebe nun schon etliche Jahre ohne einen Fernseher im Haus. Vielleicht 5 Jahre. Es können auch schon 6 oder 7 Jahre sein. Ich weiß es nicht mehr genau. Das damalige TV-Programm war für mich nicht mehr interessant. Und dank Internet kann ich mir viele Sendungen, die mich dann wirklich interessieren auch dort sehen. Also doch nicht 5 Jahre ohne TV? Gewissermassen schon. Denn es gibt ein paar Unterschiede.

Zuerst aber die Frage: „Vermisse ich etwas?“

Nein, nicht wirklich. Ich würde die Zeit vermissen, die ich gewonnen habe. Die ich zurück bekommen habe. Ich lese wieder mehr. Beschäftige mich mit Zusammenhängen und recherchiere meine Fragen aus. Ich habe auch Zeit für andere Dinge. Hobbys. Aber eben auch für das Schreiben.

Das Fernsehen regt Dich mit dem normalen Programm nicht zum Denken an, sondern es präsentiert Dir fertige Meinungsbilder und Emotionen. Dein Gehirn, mit Spiegelneuronen ausgestattet, übernimmt diese Meinungen und Bilder. Je häufiger man sich das „antut“, umso stärker übernimmt man das Gesehene und verteidigt Dieses später auch in seinem sozialen Umfeld als Realität. Der ständige Konsum von TV, Radio und auch im speziellen das Internet überflutet das Gehirn mit Informationen. Das Gehirn versucht dieses Flut nun zu verarbeiten. Und da stösst das Bewusstsein dann schnell an Grenzen. Denn man kann nur eine gewisse Menge an Informationen verarbeiten. In Folge der Reizflutung verlernt das Gehirn die Abspeicherung und Einsortierung der Informationen. Soziale Überempfindlichkeiten, voreilige Meinungsbildung, dramatische Verdrängung von gefestigtem Allgemeinwissen (z.B. Rechtschreibung, Umgangsformen, Geschichte oder Mathematik), Vergesslichkeit bis hin zu handfesten Depressionen sind die Folge.  Soweit der kleine Blick in die Neuropsychologie.

Ich beobachte in meinem sozialen Umfeld auch immer stärker die Tatsache, dass selbst gestandene Persönlichkeiten Informationen, die sie aus der Presse haben, ungeprüft in die Welt verteilen. Seien sie auch noch so obskur. Selber nachdenken wird unmodern.

Nie war es einfacher, dank Facebook und Co, richtige oder falsche Meldungen in der Welt zu verteilen. Nie waren Verschwörungstheorien so stark wie in der heutigen Zeit. Und dabei ist es scheinbar egal, wie unglaublich und unwahrscheinlich sie auch seien mögen. Es gibt in der Welt der sozialen Medien immer jemanden, der daran glaubt und es mit anderen teilt. Und je Mehr es teilen, umso wahrer wird es. Besonders radikale Meinungen und Weltbilder fallen hier auf einen unglaublich nährstoffreichen Boden. Eine fatale Entwicklung.

Ich stehe zunehmend staunend daneben. Beobachte, wie eine Partei wie die AfD mit ganz offensichtlichen Unwahrheiten immer stärker wird. Staune über die Bewegungsunfähigkeit der Menschen drumherum. Ich staune über die SPD-nahe Spiegel-Redaktion, die Kurz vor der Wahl in Mecklenburg Vorpommern die Meldung verbreitete, dass die aktuelle Bundesregierung sich von der Armenienresolution distanzieren würde. Eine Falschmeldung wie sich einen Tag später herausstellte. Aber es hat Meinungen geformt. Und ich staune über die Menschen, die trotz der Richtigstellung in den Medien sich immer noch über die Beschuldigung aufregen. Die Falschmeldung des SPD-nahen Spiegel hat die CDU vor der Wahl geschädigt und wird nicht der SPD mehr Stimmen bringen,  sondern einer Partei namens AfD. Und sie schädigt damit die schwarz-rote Koalition in Mecklenburg-Vorpommern. Sie stärkt damit eine Partei, die Ihre Wähler offen belügt. Und Ihre Wähler merken es nicht. Wollen es nicht merken. Können es nicht merken. Denn Ihre Aufmerksamkeitsspanne ist inzwischen auf die Akkulaufzeit Ihres Smartphones beschränkt. Und an der Stelle schließt sich der Kreis.

Nach meinen Recherchen der letzten 12 Monate auf unzähligen Facebook-Accounts muss ich feststellen, dass besonders diejenigen AfD wählen, die auch einen Hang zu TV-Sendungen wie „Promi-Big-Brother“, „Berlin Tag und Nacht“, „Dschungelcamp“ und den vielen anderen vergleichbarer Sendungen haben. Und es sind überwiegend genau diese Menschen, die einen Job an der Armutsgrenze machen müssen, in Niedriglohnjobs arbeiten oder eben gar nicht arbeiten (aus welchen Gründen auch immer).

Das sind eben auch die Menschen, die die Politik vergessen hat. Scheinbar. Diese Menschen fühlen sich von der Politik verraten. Diese Meinung bekommen sie dann auch immer wieder in den sozialen Medien aber auch in den einschlägigen Tageszeitungen, wie z.B. der Bild, täglich bestätigt. Kann man den Menschen dann einen Vorwurf machen?

5 Jahre ohne TV und Radio hat mir Zeit gegeben mehr nachzudenken.

Und es entfernt mich immer mehr von meinen Mitmenschen. Ich verstehe immer weniger, warum immer mehr Menschen einfache Zusammenhänge nicht mehr erkennen, nahezu blind Verführern auf den Leim gehen, oder sich wegen Belanglosigkeiten bis auf aufs Blut beleidigen und sogar gewalttätig werden.

Mein Humor und meine innere Ruhe schützen mich davor selber durchzudrehen.

Es kommt nun wieder die Zeit, wo es früh dunkel wird. Ich gehe dann abends mit meinem Hund eine Runde um die auf Kredit finanzierten Eigenheime und kann von der Strasse aus ohne Probleme auf die ebenfalls finanzierten, leinwandgroßen Flatscreens in den Wohnzimmern sehen, was dort für ein Programm läuft. „GZSZ“, „Wer wird Millionär“ oder irgendeine eine andere Soap, Ratesendung oder Arena, in der sich sogenannte Promis der Lächerlichkeit preisgeben. Es ist wirklich selten, dass man mal eine Doku sieht.

Und es ist noch seltener, dass das Fernsehen aus ist, wenn die Bewohner des Hauses daheim sind.

Du bist, was Dich umgibt.

 

 

In dieser Zeit …

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In einer Zeit in der Depressionen, Burn-Outs, Allergien,
Herzininfarkte, Krebserkrankungen und Diabetes zur täglichen Routine werden, belächelt man Menschen, die sich Zeit nehmen wollen,und die sich gesünder ernähren wollen. Sport muss gleich zum Buddy-Change-Chalenge aufgepumpt werden. Mütter posten Ihren After-Baby-Body, um zu beweisen, dass sie sich nicht einfach nur faul um das Neugeborene kümmern.
In dieser Zeit, in der 50% aller Bienenvölker zerstört sind, in der von 5600 registrierten Insektenarten 2500 akut bestandsbedroht sind, düngen wir unsere Felder mit noch mehr Jauche und Kunstdünger, sähen „Special-Saaten“, die nur mit den passenden Spritzmittel bis zur Ernte kommen, kippen unkontrolliert Pflanzenschutzmittel in die Gärten und sorgen für einen aufgeräumten, englischen Rasengarten. 


In dieser Zeit, in der wir Despoten auf der ganzen Welt Waffen liefern, gleichzeitig die Arbeiter der Welt für einen Hungerlohn Handys und Kleidung produzieren lassen, ihnen ungefragt unseren Überschuss so billig zurück verkaufen, dass die dortige Wirtschaft zusammenbricht, wundern wir uns über Flüchtlinge.


In unserer Zeit, in der die Weltmeere nahezu leergefischt sind, kippen wir unseren Müll in einer Menge in Weltmeere, dass dort Müllteppiche in der Größe ganzer Staaten entstanden sind und wundern uns, dass die Fische immer höhere Schadstoffe und radioaktive Stoffe enthalten. Aale, Lachse und viele andere Meeresfische wären nach dem Lebensmittelrecht aus dem Jahre 2000 nicht mehr als Lebensmittel verkäuflich. Stattdessen erhöhen wir die Grenzwerte um das Doppelte bis Dreifache. Jetzt ist Fisch wieder „gesund“.


In dieser, unserer Zeit, in der die Landwirte unter sinkenden Marktpreise zu leiden haben, drillt man die Jungbauern in ihrer Ausbildung auf noch mehr Effizienz. Man produziert in einen Markt, der seit Jahren immer weniger Fleisch verkauft, immer größere Mengen an Fleischprodukten. Den Überschuss verkauft man billigst in aussereuropäische Drittländer und zerstört dort deren Infrastruktur. Ergebnis: Man baut noch größere Ställe und erzeugt noch mehr Fleisch.
In dieser Zeit sind über 90 % aller Geflügelprodukte, die im Handel liegen mit Antibiotika belastet und über 50 % sogar mit den antibiotikaresistenten Keimen verseucht (Zahlen vom deutschen Gesundheitsministerium !!!), legen wir uns immer noch die gesunde Hähnchenbrust für wenige Cent im marinierten Sparpack auf den 200 Euro Spezial-Smoker.

Wir wissen das alles und noch viel mehr.

Es gibt Wissenschaftler, die der Meinung sind, dass der „Point of no return“ lange überschritten ist. Sei es biologisch, wirtschaftlich, moralisch oder ethisch.

Und so wie sich die Wirtschaft und die Staaten in den letzten Jahren verhalten, wird es ersichtlich, dass sie auch der Meinung sind und nun versuchen, nochmal das letzte Mögliche für sich herauszupressen.

Ist es das, was Du willst? Ist es Dein Ziel, dass alles still zu ertragen?

Mein Ziel ist es nicht.

Ich bleibe laut, im Sinne der Sache.

 

Stefan Ahe 27.04.2016

Niemals aufgeben

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Wenn Du nicht angepasst sein kannst, dann sei nicht angepasst.

 
Wenn Du Deine Freiheit suchst, dann begebe Dich auf den Weg.

 
Nur wenn man Wege geht, die andere nicht gehen wollen, sieht man Dinge, die andere nicht sehen werden.

 
Egal was passiert, versuche immer wieder Deinen eigenen Weg zu finden. Mit allen (legalen) Mitteln.

 

Versuche es immer und immer und immer wieder …

 

Buchtip: Gott bewahre von John Niven

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13000291_1070727592989735_2843448475837183708_nNachdem ich in der letzten Zeit eher wissenschaftlichen Kram gelesen habe, fiel mir am Wochenende nach einem Tip von Jürgen von der Lippe und Jochen Malmsheimer (der dieses Buch nicht mag ;-) ) dieser Roman in die Hände: „Gott bewahre“ von John Niven.

Ich kann Euch sagen, dass ist das beste Buch, dass ich in den letzten 10 Jahren gelesen habe!

Jürgen von der Lippe meint, dass dieser Roman Pflichtlektüre in jeder Schule sein sollte. Dieser Meinung bin ich auch😉

Zur Geschichte:

„Kaum hat Gott sich im Himmel eine kleine Auszeit gegönnt und seinem Sohn Jesus Christus die Geschäftsführung überlassen, schon herrscht auf Erden das nackte Chaos. Bürgerkriege, Umweltsünden, Armut, Hassprediger, tödliche Krankheiten, moralischer Verfall und gnadenloser Kommerz, so weit das Auge reicht.
Gott beruft ein Meeting mit den zuständigen Heiligen ein und scheißt den inkompetenten Haufen kräftig zusammen. Lösungen werden heiß diskutiert.
Nach einem Abendessen mit dem Satan, bei dem Gott feststellen muss, dass seit seiner einwöchigen Abwesenheit ( = 400 Erdenjahre) die Geschäfte in der Hölle ganz hervorragend laufen, entscheidet sich Gott zu einer Lösung: Seinen bekifften, gitarrespielenden Sohn Jesus. Er muss nochmal ran.
Auf der Erde, in der ersten Aprilwoche des Jahres 1979, irgendwo im amerikanischen Mittelwesten, fragt sich eine Jungfrau, wann sie zuletzt ihre Periode hatte, und warum sie sich morgens so häufig übergeben muss.
Gott ist oldschool „
Meine absolute Buchempfehlung an Euch! Viel Spass beim Lesen🙂

http://www.amazon.de/Gott-bewahre-Roman-John-Niven/dp/3453676335/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1461063318&sr=8-1&keywords=gott+bewahre

Nachtrag: Dieser Roman sollte unbedingt verfilmt werden. In den Hauptrollen: Mel Gibson als Gott, Ashton Kutcher als Jesus und Danny deVito als Satan. Das wäre eine erstklassige Mischung.

19.04.2016 Stefan vonder Ahe

 

 

Merkel vs. Erdogan – Eine richtige Entscheidung

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Heute war ein wichtiger und deutlicher Tag für die Presse- und Meinungsfreiheit aber auch für die Demokratie in Deutschland.

Die Entscheidung der Bundesregierung, welche nach Prüfung mit allen entscheidenen Ministerien, sich in einen Entscheidungsprozess der Rechtssysteme in Deutschland nicht einzumischen, war dabei der wichtigste Punkt.

Angela Merkel setzt damit ein deutliches Zeichen in Richtung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und der Türkei. In Deutschland/Europa darf jeder seine Meinung äussern, wenn er sich an die gesetzlichen Regelungen hält. Und wenn es zu Klagen kommt, ist dafür die Rechtsprechung in Form der Staatsanwälte und Gerichte zuständig und eben nicht der Staat.

Auch ist das ein wichtiges Zeichen für gelebte Demokratie. Der Staat in Form der von uns gewählten Personen kann eben nicht machen, was er will und sich über Gesetze stellen, sondern hat sich geltende Gesetzsprechung, wie auch jeder andere Bürger, zu halten.

Die Richter bewerten das Recht, dass ihnen von der Politik, also den von uns gewählten Personen als Rahmen gegeben werden. So sieht Demokratie aus.

Die zweite wichtige Entscheidung, nämlich dass der besagte §103 (Umgangssprachlich Majestätsbeleidungsparagraph) so nicht mehr zeitgemäß ist und entbehrlich wäre, ist ein starkes Signal in Richtung der Presse und der freien Meinungsäusserung.

Aber Beleidigung bleibt Beleidigung. Und wie das zu bewerten ist, ist die Aufgabe der Justiz und nicht des Staates. Trotzdem sollten sich die beiden Kontrahenten Jan Böhmenmann und Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan persönlich fragen, ob ihr jeweiliges Verhalten noch in einem angemessenen Rahmen war? Musste eine Provokation in diesem inhaltlichen Kontext wirklich sein? War das noch Satire oder einfach unüberlegte, stumpfe Provokation? Es war nicht die erste Provokation von der Crew um Jan Böhmermann, die es bis in die Staatsebene gebracht hat. Ich erinnere da gerne an den Mittelfinger von Yanis Varoufakis. Ein wenig mehr Fingerspitzengefühl im Zusammenhang mit Satire scheint da angebracht. Klar, es gibt gesetzliche Grenzen. Aber es gibt auch Grenzen des guten Geschmacks, des Zeitgeistes und der Gürtellinie. Humor und Witz müssen nicht beleidigend sein.

Und ein Staatspräsident sollte die Größe und Würde haben über so etwas hinwegzusehen. Man bietet als öffentliche Person nun mal mehr Angriffsfläche für Kritik und Spötteleien. Damit muss man Leben und umgehen können. Die Strafverfolgung von Menschen, die einen kritisieren oder sich über einen lustig machen, führt nur kurzfristig zu mehr Ruhe im eigenen Umfeld. Je bitterer und böser der Humor, desto eher sollte man sich fragen, ob da vielleicht im eigenen Handeln etwas verkehrt läuft.

Am Ende siegt der Humor und die Fähigkeit des Vergeben könnens. Großherzigkeit, Verständnis und ein offenes Herz bringen einem mehr Zuspruch als es die Strafverfolgung von Kritikern je erreichen könnte.

Humor ist die Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.

 

15.04.2016 Stefan von der Ahe

Welche Pflanzen sind gut für die Bienen?

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Wer sich für den Schutz der Bienen einsetzen möchte, egal ob Honigbienen oder Wildbienen, kann mit einfachen Mitteln im eigenen Garten, auf dem Balkon oder selbst auf dem Fensterbrett etwas tun.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat dafür eine Auflistung von bienenfreundlichen Pflanzen herausgebracht, wo man einen guten Überblick erhält.

Hier ist der Link zu der PDF Datei: LINK

Folgende Pflanzen sind für die Bienen ganz besonders gut geeignet:

  • Ahorn
  • Apfel (bringt besonders viel Pollen und Nektar)
  • Aster – SB August-September
  • Bartblume oder auch Blaubart – SB August-September
  • Bienenbaum – SM August-September
  • Blutweiderich – SM Juni-September
  • Borretsch (Gurkenkraut) – SM Juni-September
  • Brombeere – SM Mai – August
  • Edelkastanie & Kastanie (bringt den würzigen Kastanienhonig) – SM Juni-Juli
  • Efeu – SM August-September
  • Flockenblume – SM Mai-September
  • Himbeere – SM Mai-August
  • Himmelsleiter (Sperrkraut) – SM April-Juni
  • Kirsche (bringt besonders viel Pollen und Nektar)
  • Klee – SM Mai-September
  • Koriander – SM Juni-Juli
  • Kornblume – SM Juni-September
  • Kugeldistel – SM Juni-August
  • Lilie – SM Juni-September
  • Linde – SM Juni-August – leckerer Lindenblütenhonig😉
  • Löwenzahn
  • Oregano – SM Juli-September
  • Phacelia (auch Bienenfreund genannt, bringt besonders viel Pollen und Nektar) – SM Juni-September
  • Seidenblume – SM Juni-August
  • Sonnenblume – SM Juni-September
  • Sonnenbraut – SM Juni-September
  • Steinklee – SM Juni-September
  • Thymian – SM Mai-Oktober
  • Wegwarte (Zichorie) – SM Juli-September
  • Weide
  • Winterheide
  • Sommerheide – SM August-September
  • Ysop,Bienenkraut (bringt besonders viel Pollen) – SM Juli-September

Einige der oben aufgelisteten Pflanzen blühen in der Sommerzeit, wenn es für die Bienen auf dem Land kaum etwas zu holen gibt. Diese Pflanzen habe ich mit dem SB (für Sommerblüher gekennzeichnet) Die Sommerblüher sind für die Bienen von ganz großer Bedeutung, da sie in der Trachtpause ab Ende der Rapsblüte noch viel Pollen und Nektar bringen können.

Wenn Du in Deinem Garten eine bessere Bestäubung der Pflanzen haben möchtest, oder einfach nur ein paar Bienen einen Platz geben willst, dann nimm einfach Kontakt mit Deinem örtlichen Imkerverein oder einer Imkerei auf. Da wird sich bestimmt eine Möglichkeit finden lassen.

Du solltest ca 4 qm zugängliche Fläche für die Bienenbeuten bereitstellen können. Es sollten mindestens 2 Völker einen Platz finden, da der Aufwand nur zu einem Volk zur wöchentlichen Durchsicht zu fahren, für dem Imker zuviel Aufwand wäre.

Aber fragen kostet nichts. Also los, vielleicht kommst Du auch auf den Geschmack die Imkerei zu Deinem Hobby zu machen. Die Imkervereine helfen gerne dabei.

Los gehts. Jeder kann was für die Bienen machen🙂

 

 

Bienensterben – Landwirte sind gefragt

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Bienensterben – Landwirte sind gefragt 

Nach dem starken Rückgang der Honigbiene in den letzten Jahren suchten viele Landwirte nach einem Ersatz. Diesen fanden sie kurzfristig mit dem Einsatz von Hummelvölkern in den Obstbaum- und strauchplantagen.

Wie viele Wildbienenarten, fliegt auch die Hummel bereits bei niedrigen Temperaturen die Blüten zur Bestäubung an. Auch ist erwiesen, dass die Wildbienen die Blüten effektiver bestäuben, wie die Honigbiene. Mit dieser Nachricht startete in den letzten Jahren der große „Run“ auf die künstlichen Hummelvölker. Hochgelobt und den Imker für seine Arbeit belächelt, wurden nun allerorts Hummelvölker in die Plantagen gestellt. Auch argumentierten viele Landwirte sei es billiger, als der Einsatz von Honigbienen. Denn für Honigvölker muss man Bestäubungsprämien an den Imker zahlen. Dieser gleicht damit die Unkosten aus, die er durch die meist weite Anreise in die Obstbaumplantagen hat. Was weltweit Gang und Gebe ist, fällt in Deutschland der „Geiz ist geil“ – Mentalität zum Opfer. Hierzulande gönnt man dem Anderen keinen Euro zuviel.

Aber falsch gedacht. Wie viele Landwirte landauf-landab nun feststellten, hat sich der Ertrag nicht gesteigert, sondern ist sogar zurück gegangen.

Aber warum?

Wildbienen sind zwar in der Art des Bestäubens effektiver. Aber in einem Wildbienenvolk (dazu gehört die Hummel) leben wenige hundert Individuen, während es in einem Bienenhonigvolk schon mal 60.000 bis 80.000 Individuen sind. Hier bringt es einfach die Masse. Um ein einziges Wirtschaftsvolk der Honigbiene zu ersetzen, würde man ca 200 Hummelvölker benötigen. Und spätestens dann hat sich das mit dem Kostenvorteil für den Landwirt erledigt.

Auch die Wildbienen leiden im großen Stil an dem Bienensterben. Der NABU geht davon aus das nach jetzigem Stand in Deutschland in den kommenden 10 Jahren von den hier lebenden 800 Wildbienenarten 20-30 % ausgestorben sein werden.

Die Hummeln leiden zudem verstärkt an dem Klimawandel. So ist es in den letzten Jahren zu einem verstärkten Rückgang bei den hummelartigen Wildbienen gekommen. Dazu kommt die massive Vergrünung der Landschaft. Dort finden die Bienen keine Nahrung mehr.

Die Schweiz hat die Notwendigkeit der Bienenhaltung erkannt und im letzten Jahr die Honigbiene vom drittwichtigsten zum wichtigsten Nutztier noch vor Schwein und Rind ernannt. Zudem bekommen Landwirte in der Schweiz nun besonders hohe Prämien von ca 2500 Schweizer Franken (ca 2250 Euro) pro Hektar, wenn sie dort Blühstreifen oder Blühflächen bewirtschaften. Weiterhin werden Industriebrachen zu Blumenwiesen umgearbeitet.

Auch in Deutschland gibt es solche Prämien. In Deutschland sind es noch 1050 Euro.

Ich habe mich lange davor gewehrt den hiesigen Landwirten auf die Füsse zu treten. Aber durch meine Gespräche mit ihnen in den letzten Monaten bin ich zum Ergebnis gekommen, dass ein Grossteil der hier ansässigen Landwirte einfach zu bequem ist. Ein Landwirt, der die (notwendige) Wirtschaftlichkeit des Hofes als einziges Ziel hat, dabei aber das Zusammenspiel zwischen dem eigenen Handeln und der Natur im direkten Umfeld aus den Augen verliert, hat als Landwirt sein Berufsziel meiner Meinung nach verfehlt.

Der kluge Landwirt ist gefragt. Absoluter Verzicht auf bienengefährliche Spritzmittel. Anlegen von mehrjährigen Blühstreifen und -flächen. Jedem Landwirt sollte es von großem eigenen Interesse sein, mit den Imkern vor Ort zusammen zu arbeiten. Das Zahlen von Bestäubungsprämien ist ein „Muss“, kein „kann“. Am Ende profitieren Landwirt, Imker UND die Bienen davon.

Am Ende gibt es noch ein paar Zahlen, die den Ertrag mit und ohne Honigbiene darstellen.

Apfel – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 150 %

Birne – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 900 %

Kirsche – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 150 %

Pfaume – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 220 %

Raps – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 30 %

Bohnen – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 21 %

Erdbeeren – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 107 %

Gurken – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 44 %

Heidelbeeren – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 77 %

Himbeeren – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 80 %

Karotten – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 120 %

Kiwi – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 25 %

Sonnenblumen – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 28 %

Tomaten – Ertrag mit Honigbienen im Vergleich zur reinen Naturbestäubung : + 70 %

 

Wenn das keine Argumente sind … 

 

 

 

 

Roger Cicero´s letzter Weg …

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Roger Cicero´s letzter Weg … 

Warum berührt viele von uns der Tod von Roger Cicero anders, als die vielen anderen Prominenten, die in diesem Jahr verstorben sind?

Roger Cicero hat mit seiner Musik den Menschen ins Herz gesungen. Seine Texte ermunterten sie nicht alles so ernst zu nehmen. Auch schwere Themen kamen mit dem Swing gar nicht mehr so schwer daher. Er hat uns be“swingt“ durch das Leben begleitet.

Aber durch diesen plötzlichen Tod verdeutlicht er uns auch unsere Verwundbarkeit. Einen Hirninfarkt kann jeden Treffen. Jederzeit. Heute standest Du noch mitten im Leben mit all Deinen Aufgaben, Wünsche, Träumen und Zielen und abends pustet Dir der Tod das Licht aus. Einfach so. Ohne Grund. Ohne Vorwarnung. 

Und so gibt Roger uns bei seinem letzten Weg noch einen Gedanken mit:

Genieße den Moment.

In diesem Moment …

Die AfD ist selbst den Rechten zu radikal

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Welche Überraschung aus der Europa-Fraktion der Rechten.

Selbst den rechtskonservativen Parteien in der EU-Fraktion ist die AfD zu weit rechts. Beatrix von Storch und Marcus Pretzell wurden auf Grund Ihrer Äusserungen zum Schiessbefehl an den Grenzen aufgefordert die Fraktion bis Ende diesen Monats freiwillig zu verlassen. Ansonsten wirft man sie raus.

Wörtlich:„Diese Partei ist zunehmend radikal, rassistisch – unerträglich. Ihre Führungskräfte in Deutschland bezeichnen Israel als „Fremdkörper“ und einzige Ursache des Nahostkonflikts. Sie planen eine abstruse Sicherheitskonferenz mit Putin und verteidigen die Besetzung der Krim. Sie verharmlosen die Nazi-Zeit als ’12 unglückliche Jahre‘, rufen auf den Marktplätzen völkisch-rassistisch nach ‚1000 Jahren Deutschland‘ und reden wirr vom ‚lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp‘.“
Sein Fazit: „Wir haben der Partei heute den politischen Ausgang gezeigt – und der ist ganz, ganz rechts!“

Auch in Deutschland fällt die AfD konsequent negativ auf. Es vergeht fast kein Tag ohne eine Gelegenheit, die die AfD nicht nutzt, um sich selber der Lächerlichkeit preiszugeben.

Der neueste Clou gelang der AfD in München. Dort fälschte die dort ansässige AfD die Schlagzeile eines FB-Postes und änderte den Originaltext der Münchener Abendzeitung:„Jugendliche wollten Flüchtlingsheim in Brand stecken“ zu Ihren Gunsten in „Polizei erwischt Linksextreme bei Brandstiftung im Asylbewerberheim!“

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Wer keine Lügenpresse findet, macht es eben selber? 

 

SvdA 09.03.2016